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Angehörige

Ein Delir ist eine ernst zunehmende Komplikation, die sich normalerweise verbessert, sobald der Patient sich erholt hat. Patienten, die ein Delir hatten, erholen sich manchmal nicht so schnell wie Patienten, die kein Delir hatten. Dies kann jedoch auch daran liegen, dass schwer kranke Patienten häufiger ein Delir entwickeln als Patienten mit einem leichteren Krankheitsverlauf. Einige Patienten können bleibende Probleme der Hirnfunktion entwickeln, wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen oder Vergesslichkeit. Die meisten der Patienten erholen sich aber vollständig.

Es kann schwierig sein festzustellen, ob ein Patient auf der Intensivstation ein Delir hat. Ein Patient auf der Intensivstation kann mitunter nicht von seinen Erfahrungen berichten – entweder wegen der künstlichen Beatmung oder weil er Schlafmittel erhält.

Auf einigen Intensivstationen versuchen die Mitarbeiter herauszufinden, ob ein Patient ein Delir hat, indem sie kurze Konzentrationstests durchführen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Angehöriger oder Freund ein Delir hat, wenden Sie sich bitte an das Pflegepersonal oder einen Arzt.

Ein Delir entsteht häufig bei Patienten auf Intensivstationen, weil diese schwer krank sind. Ein Delir kann ausgelöst werden durch

  • Infektionen
  • als Nebenwirkung von Medikamenten
  • eine Fehlfunktion der Nieren, der Lunge oder des Herzens
  • Alkohol- und Drogenentzug.

Einige Patienten sind stärker gefährdet ein Delir zu entwickeln. Dies sind vor allem diejenigen, die

  • älter sind
  • bereits vor dem Intensivaufenthalt etwas vergesslich waren
  • bereits vor dem Intensivaufenthalt Medikamente eingenommen haben
  • Probleme mit der Leber haben
  • im Sterben liegen
  • künstlich beatmet werden.

Mit Delir wird eine akute Verwirrtheit während eines Krankenhausaufenthaltes bezeichnet. Betroffene delirante Patienten* erleben oftmals eine Welt, die für uns keinen Sinn ergibt, für die Betroffenen aber sehr real erscheint. Sie können zum Beispiel

  • nicht wissen, dass sie im Krankenhaus sind
  • denken, dass sie Furcht einflößende Tiere sehen
  • denken, dass sie entführt worden sind oder bedroht werden
  • versuchen, in den Geräuschen um sie herum einen Sinn zu erkennen und eine andere Erklärung dafür finden.

Der wichtigste Punkt ist, dass Patienten völlig davon überzeugt sind, dass die Welt, wie sie diese wahrnehmen real ist. Das kann für die Betroffenen beängstigend und für die Angehörigen besorgniserregend sein.

Ein Patient, der delirant ist, kann Freunde und Angehörige erkennen, aber ihnen trotzdem nicht glauben, wenn sie versuchen, ihn zu beruhigen. Normalerweise möchten die Betroffenen aus dem Bett aufstehen und mit nach Hause kommen. Patienten im Delir finden es häufig schwierig etwas zu verstehen oder sich Informationen zu merken. Auch wenn es so aussieht, als würden sie verstehen, was gerade passiert oder als ob sie einem Gespräch folgen können, kann es sein, dass sie gleich darauf vergessen, was ihnen gesagt worden ist. Ebenso kann ein Delir sich fließend verändern. Auch wenn sie gerade noch ein normales Gespräch geführt haben, sagen die Patienten vielleicht gleich darauf etwas vollkommen Sinnloses.

Ein Delir kann sich auf zwei Arten zeigen, entweder sehr offensichtlich für Außenstehende oder eher versteckt. Einige Patienten sind sehr unruhig und ungehalten, was für die Angehörigen besonders belastend ist.

Meistens aber läuft ein Delir ruhig ab und ist für die Mitarbeiter und Angehörigen nur schwer zu erkennen, es macht die Patienten eventuell sehr schläfrig. Ein Delir ist ein oft ein extremer Zustand: entweder schlafen Patienten gar nicht oder sie schlafen fast die ganze Zeit. Entweder sie sind ständig unruhig oder bewegen sich sehr wenig.

Wie immer es sich darstellt, ein Delir ist ein Anzeichen dafür, dass das Gehirn des Patienten nicht angemessen arbeitet, weil der Patient sehr krank ist.

Ein Delir ist ein vorübergehender, aber sehr belastender Zustand für Patienten und ihre Angehörigen. Wenn Sie sich Sorgen um Ihren Angehörigen machen oder mehr Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter der Intensivstation. Sie werden alles tun, was möglich ist, um Ihnen zu helfen!

Es gibt für sie verschiedene Möglichkeiten, um ihrem Angehörigen mit Delir zu helfen. Zum Beispiel kann es hilfreich sein

  • mit dem Patienten zu sprechen, seine Hand zu halten und ihn zu beruhigen
  • dem Patienten regelmäßig zu sagen, dass er im Krankenhaus ist und gegebenenfalls die Situation erklären
  • wenn der Patient Schlafmittel erhält und Sie sich nicht sicher sind, worüber Sie sprechen sollen, können Sie z.B. aus einem Lieblingsbuch oder aus der Zeitung vorlesen
  • ein Tagebuch zu führen, in dem Sie aufschreiben, was jeden Tag passiert – der Patient kann das später als sehr hilfreich erleben. Das Pflegepersonal kann Ihnen dabei vielleicht helfen.

Damit vermitteln Sie Vertrauen und helfen dabei, dass sich der Patient wieder orientieren kann.

Das Personal der Intensivstation hilft einem Patienten mit Delir, indem es

  • versucht einen Tag- und Nachtrhythmus einhalten, damit der Patient zu normalen Zeiten schlafen kann
  • den Patienten mobilisiert, z.B. durch Sitzen auf der Bettkante
  • versucht, den Patienten von der Beatmungsmaschine zu entwöhnen und schrittweise die Schlafmittel absetzen.

Ein Delir ist meistens nur vorübergehend. Es dauert normaler Weise ein paar Tage bis zu einer Woche. Manchmal kann es länger dauern, bis es völlig verschwindet, mitunter sogar mehrere Wochen. Selbst wenn ein Patient nicht länger verwirrt ist, kann es einige Zeit dauern, bis er verarbeitet hat, was tatsächlich mit ihm passiert ist und was nur Einbildung war.

News

Mit Tatkraft und Elan ins neue Jahr 2016 gestartet:

Mitarbeit landesweit erbeten und willkommen !

   
 
    -> landesweites
        Survey zur Delir-IST-Situation in Deutschland
               Start im Oktober 2016
 
    -> am 23.11.2016 findet der landesweiter Delir-Kampagne-Tag statt, Einzelheiten folgen
EDA - Congress 2016
3.-4.11.2016, Vilamoura, Portugal

Technische Umsetzung

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