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Ungefähr die Hälfte aller Patienten, die ein Delir hatten, kann sich daran erinnern. Andere haben vielleicht nur unklare Träume an die Zeit und man ist sich dann unsicher, ob das wirklich passiert ist.

Viele Patienten im Delir berichteten später, dass sie Schlafstörungen hatten, sie hatten Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, das Denken war sprunghaft und selbst einfachste Aufgaben erschienen sehr schwer. Einige, aber nicht alle Patienten hatten visuelle Halluzination: sie haben Dinge gesehen, die sehr real wirkten und mitunter bedrohlich wirken konnten: Insekten, Personen oder andere Dinge. Akustische Halluzinationen sind auch möglich, man hört Stimmen oder Geräusche, die sehr real klingen, die aber nicht wirklich da waren.

Man ist sehr unsicher und zweifelt an sich selbst. Es sieht und hört und fühlt sich wirklich an, aber kann es wirklich sein? Man zweifelt an sich selbst, und bezweifelt auch das, was andere sagen. Man bittet die Familie, einem zu helfen oder hier rauszuhelfen, doch sie tun es nicht. Die Pflegenden und Ärzte wirken nicht mehr vertrauenswürdig.

Dann wieder ist alles ganz klar, man kommt gut zurecht und etwas später ist man wieder woanders...

Später, nach dem Delir, berichten viele Patienten, dass sie sich beschämt fühlen. Sie empfinden Scham, weil sie soviel Mühe bereitet haben, weil sie so durcheinander waren, weil sie so anders und nicht sie selbst waren. Wegen dieser Scham können einige nicht darüber sprechen.

Die Folgen eines Delirs können vielfältig sein und betreffen vor allem die Psyche. Aufgrund des Delirs können Ängste, Depressionen oder auch posttraumatische Belastungsstörungen entstehen. Man wird schreckhaft und zieht sich zurück. Es können nach einem Delir vereinzelt auch Denkstörungen auftreten, von denen man sich nur langsam erholt. Einfache Matheaufgaben werden schwer, und manche Zusammenhänge sind plötzlich zu kompliziert. 

In der Regel erholen sich die meisten davon. Sollten die beschriebenen Probleme länger als drei Monate bestehen, so empfehlen wir, den Hausarzt zu besuchen, der dann weitere Hilfen veranlassen kann.

Ein Delir ist eine Störung im Gehirn. Unser Gehirn verfügt über verschiedene Bereiche wie die Sinne, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Denken, Fühlen usw. und ist sehr stark vernetzt. Damit die Bereiche gut zusammenarbeiten, muss das Gehirn gut getaktet sein und die Bereiche müssen gut miteinander kommunizieren können.

Das Gehirn kann mit einem Orchester verglichen werden. Ein Dirigent - das Bewusstsein - gibt den Takt an und sagt jedem Musiker, was wann zu tun ist. Im Delir gerät der Takt durcheinander und jeder Musiker spielt für sich. Der Dirigent hat seine Noten nicht mehr, die Instrumente sind nicht mehr gestimmt, jeder Musiker spielt für sich. Die Sinne spielen Beethoven, das Denken ist mit Bach beschäftigt und die Aufmerksamkeit schwankt zwischen modernem Pop und kirchlicher Orgelmusik. Hier und da klingt es gut, aber insgesamt macht das Gehirn Lärm.

Heute nimmt man an, dass es unterschiedliche Ursachen für ein Delir geben kann. Eine schwere Erkrankung und/oder Entzündung im Körper kann dazu führen, dass die Botenstoffe im Gehirn (Acethycholin, Serotonin, Dopamin) gestört werden. Der Dirigent gerät durcheinander. Zusätzlich werden aufgrund der Entzündungen Stoffe ins Gehirn geleitet, die die Funktion der Nerven stören: die Instrumente sind nicht mehr gestimmt.

Ein Delir entsteht nicht bei jedem Patienten. Insgesamt müssen bestimmte Risikofaktoren vorliegen wie ein hohes Alter und ein auslösender Faktor wie eine schwere Erkrankung, die dann zu einem Delir führen.

Es gibt verschiedene Dinge, die Sie selbst tun können.

  • Sprechen Sie darüber. Ein Delir ist eine unangenehme, teilweise beschämende Erfahrung und das darüber-sprechen kann sehr schwer fallen. Suchen Sie sich eine Person Ihres Vertrauens und sprechen Sie darüber. Es entlastet und hilft Ihnen, die Erfahrungen zu sortieren und zu verstehen. Wenn Sie niemanden finden, können Sie auch darüber schreiben, eine Art Erlebnisbericht. Anmerkung: wenn Sie möchten, dass auch andere und die Öffentlichkeit von dem Delir erfahren, können Sie uns Ihren Bericht zusenden und wir veröffentlichen ihn anonym auf dieser Website!
  • Üben Sie. Das Gehirn wird mitunter mit einem Muskel verglichen, der trainiert werden will und nach einem Delir kann das Denken beeinträchtigt sein. Lösen Sie Kreuzworträtsel, spielen Sie Sudoku oder ähnliches, trainieren Sie Ihre Merkfähigkeit, indem Sie jeden Tag etwas auswendig lernen, z.B. einen Vers, Gedichte, Vokabeln. Spielen Sie Memory oder andere Gedächtnisspiele.
  • Leben Sie gesund. Ernähren Sie sich ausgeglichen, vermeiden Sie fette Nahrung, bereiten Sie sich Ihr Essen selbst zu. Weiterhin ist Bewegung wichtig, gehen Sie regelmäßig spazieren oder treiben Sie Sport. Wenn Sie sich von Ihrer Erkrankung noch nicht ganz erholt haben, dann sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über ein entsprechendes Programm.

News

Mit Tatkraft und Elan ins neue Jahr 2016 gestartet:

Mitarbeit landesweit erbeten und willkommen !

   
 
    -> landesweites
        Survey zur Delir-IST-Situation in Deutschland
               Start im Oktober 2016
 
    -> am 23.11.2016 findet der landesweiter Delir-Kampagne-Tag statt, Einzelheiten folgen
EDA - Congress 2016
3.-4.11.2016, Vilamoura, Portugal

Technische Umsetzung

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